14. Seetag – 10.12.2012

Liebe Peter-Freunde,

Es sind noch 199 Seemeilen bis St Lucia. Die 200 Marke ist soeben
geknackt. Jetzt setzen wir alles daran unseren Durchschnitt von 200
Seemeilen in 24 Stunden weiter beizubehalten und morgen Abend in Rodney
Bay einzulaufen. Nach allgemeiner Sch├Ątzung haben wir vor Mitternacht
den ersten Pina Colada in der Hand. Alle freuen sich auf die Abk├╝hlung!

Auch haben wir unseren Shanty fertig und ├╝ben flei├čig. Damit ihr morgen
mitsingen k├Ânnt, hier schon Mal der Text:

Zehen Mann auf der Seesterm├╝he,
Ohhh, und ne Buddel kein Rum!
├╝ber den Teich nach St Lucia,
Ohhh, und ne Buddel kein Rum!
unser Skipper hat das bestens geregelt,
Ohhh, und ne Buddel kein Rum!
drum haben wir dem Teufel ein Ohr abgesegelt,
Ohhh, und ne Buddel kein Rum!
unsere K├Âche haben neue Gerichte gek├╝rt,
Ohhh, und ne Buddel kein Rum!
St Lucia wir kommen, jetzt sind wir da,
Ohhh, und ne Buddel kein Rum!
Wir freuen uns alle mit – HURRA!
Ohhh, und ne Buddel MIT Rum!
Ohhh, und ne Buddel MIT Rum!

Jetzt segeln wir in die one more night (and surprise, surprise wir
haben NO Wind mit 20 bis 25 Knoten, wir fahren 8,5 Knoten Durchschnitt
und es ist nass) und verabschieden uns mit herzlichen Gr├╝├čen!
Zusammen gefasst von Hanneke

PS Die n├Ąchste und letzte Meldung (zumindest von Hanneke geschrieben)
k├Ânnte durchaus erst am Mittwoch statt finden.

13. Seetag – 09.12.2012

Liebe Peter-Freunde,

eine sehr sp├Ąte Meldung. Seit gestern Abend machen wir Meile nach Meile.
Innerhalb von 24 Stunden sind weitere 200 Meilen auf St Lucia gut
gemacht. Die verbleibende Distanz betr├Ągt 378 Meilen.

Gestern Abend flogen wir mit teilweise 30 Knoten Wind mit voller
Spimontur durch die Nacht. Nur der Skipper konnte ├╝berhaupt das Ruder
halten und so war es an ihm unser wellensurfendes Geschoss auf Kurs zu
halten. Innen im Salon f├╝hlte es sich an wie in einer Zugabteil wenn auf
beiden Seiten ICEs in voller Geschwindigkeit vorbei zischen. Ab und zu
entgleitet das Geschoss von einer Welle in die falsche Richtung getragen
und in diesen Momenten des free-falls ist es alsob wir abheben.

Als um Mitternacht der Spi geborgen wird, damit auch der Skipper ein
bisschen schlafen kann, verspricht Halbblondine NIE wieder zu fragen ob
mehr Geschwindigkeit geht. Nach 12 Stunden mit ausgebaumter Genoa h├Ąlt
der Skipper es aber auch nicht mehr aus und schwup ist der Spi oben und
wir sind wieder mit 10 Knoten unterwegs (Spitzenwert bis dato 11.5
Knoten). Weil nur der Skipper das Ruder halten kann, bergen wir den Spi
zum neun Uhr Wachwechsel. Der Skipper droht nach ein kurzer
Erfrischungsschlaf den Spi wieder setzen zu wollen. Wir sind bereit!

Ein herzlichen Gru├č an Euch allen, morgen fr├╝h weitere Details zum
Wiener-Schnitzel Essen am heutigen Abend.

Zusammengefasst von Hanneke

12. Seetag – 08.12.2012

Liebe Peter-Freunde,

Die Kapit├Ąnstasse ist in Scherben. Das kann nur Gl├╝ck bringen!

Um wieder 20 nach 6 sollten wir die 600 Seemeilen knacken! Zugegeben wir
haben heute die Uhren um eine Stunde zur├╝ck gestellt, aber wir m├╝ssen
auch 10 bis 20┬░ von unserem Zielkurs abweichen um nicht ganz platt vor
den Laken zu fahren. Wenn der Skipper seine Nerven beh├Ąlt, so der
Skipper selbst, dann fahren wir die Halse im letzten Moment. Mal schauen
wie stark seine Nerven sind! Eine m├Âgliche Ankunft am Mittwoch ist nun
schon vom Skipper best├Ątigt. Rechnet aber bitte noch mal selbst unseren
Ankunftszeitpunkt nach. Da gibt es raum f├╝r Verbesserung…

Heute morgen wurde der Schinken hinter die T├╝r des Vorpieks verbannt
nachdem zwei besorgte Crewmitglieder dem Skipper die Wutausbr├╝che von
Halbblondine zugetragen haben (“Du bl├Âder Schinken!”). Als der Skipper
nachfragte, erfuhr er, der Schinken habe sich auf Halbblondine
geschwenkt und sich dabei entbl├Â├čt. F├╝r die die sich den Schinken nicht
vorstellen k├Ânnen, es handelt sich um ein in ein Laken eingewickeltes 10
Kg Keule mit Huf und Fettschwaben welche das Resultat von Eichelmesten
zu Lebzeiten sind. Dies nennt sich ein Iberico Schwein von h├Âchster
Qualit├Ąt, so der Skipper.

Genau zur Kaffeezeit, dies scheint unser magic fish moment zu sein,
haben zwei Doraden angebissen. Diesmal im Paar. Es ist wieder Frieden im
Schiff.

Eine weitere ganz tolle Nachricht, also zumindest f├╝r alle an Bord, Hof
und Meisterschiffskoch J├╝rgen hat sich bereit erkl├Ąrt das Kochen der
Wiener Schnitzel am morgigen Abend zu ├╝bersehen. Er konnte das Anflehen
von Halbblondine, dessen Lieblingsessen es ist, wohl nicht widerstehen.
(Dies ist sehr erstaunlich denn die Beiden haben sich noch in Gran
Canaria ├╝ber K├Ąse heftigst in die Haare gekriegt. Was eigentlich noch
erstaunlicher ist, denn Hof und Meisterschiffskoch J├╝rgen hat gar keine
Haare.) Alle haben gejubelt! Auch werden wir spezial zu diesem Anlass
ein ma├čgebauter Schnitzel-Schlag Hammer schnitzeln. Alles f├╝r unseren
Hof und Meisterschiffskoch!

Die Shanty f├╝r unsere Ankunft ist bereits geschrieben und die Proben
laufen ab jetzt. Die Texte folgen.

Euch Allen ein tollen Samstagabend! Es gr├╝├čt die Peter-Crew.
Von Hanneke beschrieben

11. Seetag – 07.12.2012

Liebe Peterfans,

Wir haben den Passat zu fassen und lassen nicht mehr los! Der Spinaker
wird mit doppeltem F├Ąll und Schot gefahren, der Reservefall ist aus dem
Weg ger├Ąumt und wir haben fest vor den Spi vor Ankunft in Rodney Bay
nicht runter zu holen. Wir segeln mit ein wunderbarer nord├Âstlicher
Wind, der zwischen 15 bis 18 Knoten auf die Uhr weht, und erreichen
weiterhin unsere 8 Knoten Durchschnitt und wir hoffen in maximal vierzig
Minuten die 800 Meile Marke zu knacken. Dann h├Ątten wir in 12 Stunden
100 Meilen geschafft. The race goes on…

Unsere Reise ist wie in zwei geteilt. Bis zum Gewitter (also ein Tag
nach dem Bergfest): starker Wind, Regen, nass mit Genoa und Kluiver und
jetzt. Nach der auf das Gewitter folgende Flaute: Passat, Sonne, trocken
mit Spi und Besanstag. Beide Teile zwar Barfussrouten, aber mit ganz
unterschiedlichen Bewegredenen die Schuhe abzuwerfen. Was beiden
Reiseabschnitte gemeinsam haben: Die Reisegeschwindigkeit.

Heute sind, nach der wieder ausgezeichnete Mittagsk├╝che von ├ľsi J├╝rgen,
alle in den Mittagsschlaf verschwunden (bis auf Halbblondine nat├╝rlich).
Der Salon war voller Crewmitglieder die in verschiedenen Ecken zu tiefst
geschlafen haben. Auch wurde der beste Platz im Schiff heute zum ersten
Mal ausprobiert: ganz vorne im Bug, in der Genoa liegend und der
Bugwelle horchend. Es herrschte absolute Ruhe, als w├Ąren wir nicht
inmitten der Atlantik aber in ein Landhaus in Spanien oder Italien
w├Ąhrend der Siestazeit.

Das Gef├╝hl der Karribik wird auch immer st├Ąrker und manch einer starrt
mit gl├Ąnzenden Augen auf den Horizont in der Hoffnung eine erste Palme
zu erblicken. Es werden Ausgeh- und Abendessenpl├Ąne geschmiedet, die
Kneipentour ist bereits fest in der Karte eingezeichnet. Wir versuchen
uns aber immer wieder zur├╝ck zu nehmen und den Tag nicht vor den Abend
zu loben, denn es kann alles noch ganz anders kommen.

Mit dem Ende in greifbarer N├Ąhe, entsteht aber auch eine gewisse
Traurigkeit. Dieses Passatsegeln in der Sonne inmitten der Atlantik ist
ein wundervolles Lebensgef├╝hl und k├Ânnte noch gerne Wochen andauern
(bisher hatten wir nur ein Tag davon). Wenn die Augen nur die See
auftrinken k├Ânnten, dann blieben die Sinnesbilder dieses Erlebnisses
sicherlich auf immer ganz vorne in unsere Erinnerungen. Jetzt sieht es
aber danach aus, dass es nicht mehr f├╝nf Tage dauern wird und die Frage
kommt auf wann man es wieder erleben wird, dieses einzigartiges Gef├╝hl.
Aber der Wehmut soll jetzt ein Ende sein und Genuss ist angesagt.

P├╝nktlich zur Kaffeepause lebt das Schiff wieder auf. Da dies auch ein
Moment ist Vorschl├Ąge f├╝r Verbesserungen anzutragen sowie alles was man
auf dem Herzen tr├Ągt los zu werden, hat sich Halbblondine endlich
getraut sich ├╝ber ihr Kojegenossen zu beschweren: 1/ er stinkt; 2/ er
ist fett wie eine Sau; 3/ er gr├╝├čt nicht; 4/ er dr├Ąngelt sich andauernd
auf und 5/ er verteilt ├╝berall seine Reste. Selbst auf diese sehr
einleuchende Argumente, kennt der Skipper aber kein erbarmen: Es bleibt
alles wie es ist. Aufgeschreckt fragt Zentrallschiff Manfred seinen
Nachbar wer die Halbblondine denn meinen w├╝rde? (Zentralschiff Manfred
wohnt n├Ąmlich in der letzten Koje bevor es zum Vorpiek geht). Na, den
Schinken nat├╝rlich antworten Alle!

Heute war ein guter Fischtag mit insgesamt drei Opfer. Darunter zum
ersten Mal Abwechselung: au├čer zwei Doraden (nicht im Paar geangelt!
Halbblondine sprecht daher auch nicht mehr mit den Fischer (mit dem
Schinken schon l├Ąnger nicht)) ist eine K├Ânigsmakrel aus dem Wasser
gekommen. Diese werden nun vom heute ernannten und vom Zentralschiff
Manfred vorgetragenen Hof und Meisterschiffskoch J├╝rgen bereitet (der
Spitzname ├ľsi J├╝rgen ist hiermit ersetzt). Die Mannschaft hat Hof und
Meisterschiffskoch J├╝rgen heute bei der Kaffeerunde angeboten alle seine
W├Ąsche zu waschen, t├Ąglich seine Koje zu l├╝ften, jeglichen Abwasch- und
Vorbereitungsarbeiten zu ├╝bernehmen sowie ihn st├╝ndlich zu massieren,
wenn er nur weiter kocht. Leider ist er nicht auf dieses Angebot
eingegangen. Anscheinend erlebt er die Backschaft ├Ąhnlich wie wir Alle,
obwohl er so ausgezeichnet kocht. So, freuen wir uns nun sehr auf das
letzte Mal!

Ja!! Es sind nur noch 799 Meilen bis St Lucia! St Lucia wir kommen!

Alles Liebe an Euch, Euer Peter-Crew,
Geschrieben von Hanneke

10. Seetag – 06.12.2012

Peter von Seesterm├╝he – 06.12.12

Liebe Peterfans,

Heute war morgen…

Nach dem Gewitter – ein gewaltiger Anblick ohnes Gleichen (zumindest nicht Viele) und unmengen S├╝├čwasser welches auf Christoph und die Wache nieder geprasselt ist – absolute Windstille und ein endloser Spiegel um uns herum. Dann nichts. Vielen Stunden lang. Auf gro├če Strecken kein Ruderwirken und Halbblondine die es geschafft hat, den Peter wieder Richtung Gran Canaria zu drehen. Dann eine kleine Brise so gegen 5 uhr morgens, genug um das Schiff wieder in Richtung St Lucia zu steuern (zumindest Quadrant) und 3 Knoten zu fahren. Dann wieder nichts au├čer der Druck der aus den Positionslisten hervor geht und die Ruhe einer
unendlich scheinender 2 Knoten Bummelfahrt.

Der Skipper muss was in der Luft gerochen haben, denn kurz vor der Kaffeepause kam die ├ťberlegung den kleinen Spi hoch zu ziehen. Wie ihm der kleine Spi pr├Ąsentiert wurde, entschied er um: Hol den Gro├čen. Sosegelten wir unter Spi mit recht spitzem und sehr leichtem Wind in den Kaffeepause hinein. Ein Moment der Idylle. Mit kaum Wellengang, die Hauch einer Brise und ein die Karribik ank├╝ndingendes Licht und Wolkenarena, sa├č die gesamte Mannschaft bei Kaffee und Kuchen zusammen begleitet vom Gitarrengespiel unseren Bootmans Maurits. So ist es Leben. Das hatten wir gebucht. So hatten wir es uns vorgestellt.

Aber kaum hatten wir diesen Moment der v├Âlliger Harmonie erreicht, so erreichten wir 3 Knoten Fahrt, dann 4, wieder 3, auf ein Mal 7 Knoten Fahrt und ein Blick umher in die Wolken die mehr ank├╝ndigten. Nun fahren wir seid 6 uhr wieder vol und machen unsere gewohnte 8 Knoten durchschnitt.

Da wir viele Meilen einzuholen haben, ist jetzt nicht die Zeit um mehr zu berichten bis auf den Besuch des Nikolaus der gestern Nacht mit dem Zentralschiff zu uns gekommen ist und uns Schokolade in die Schuhe gelegt hat. Es gibt ihn also wirklich. Den Zentralschiff. Wir hoffen ihr hattet ebenso volle Schuhe!

Ein lieben Gru├č vom Petercrew

Beschrieben von Hanneke, eine endlich aus der Backschaft entlassene
Schreiberin!

9. Seetag – 05.12.2012

Peter von Seesterm├╝he – 05.12.12

Liebe Peter-Freunde!

Nur ein kurzer Nachricht heute, denn

1/ Die Schreiberin hat Backschaft und ist seit heut morgen in der K├╝che
eingeschlossen
2/ Wir fahren gerade durch ein heftiges Gewitter

Ansonsten bleibt es wie gehabt:
1/ Morgen wird es ruhiger
2/ THE RACE IS ON!
3/ Es ist nass
4/ Kein Fisch gefangen
5/ Der Alte im Regattafieber

Ein sch├Ânen Abend Euch allen, wir putzen fleissig unsere Schuhe in der
Hoffnung, dass der Nikolaus uns besuchen kommt.

Euer Peter-Crew
Kuzrznachricht verfasst von Hanneke

8. Seetag – 04.12.2012

Peter von Seesterm├╝he – PvS 04.12.12

Liebe Peterfans,

The race is on! Und damit es auch geh├Ârt wird, hier nochmal: THE RACE ISON!!! Wir haben 1350 Seemeilen, also die H├Ąlfte der Strecke, in 6 Tage, 23 Stunden und 37 Minuten geschafft. Anders gesagt: unter einer Woche!ARC Peter Rekord. Zumindest was die erste Halbzeit betrifft. Undseitdem? Der Alte dreht durch! Die feinsten Segel, die normalerweise der Nord Atlantik, der Biskaya und Regatten vorbehalten sind, mussten heute, zack, zack, zack, aus den tiefsten Stauraumen hervor. Und sie lagennat├╝rlich nicht oben, f├╝r jederman leicht zug├Ąnglich. Das Vorpiek musstebis auf die Bugspitze leer ger├Ąumt werden: Spinaker raus, an den Weihnachtsbaum vorbei, hinter den Flossen und Taucherbrillen der Familievon Reibnitz rein in das tiefste innerste des Vorpieks, dort wo Meerjungfrauen sich sicherlich ausruhen wenn sie den Bug eines Schiffeszieren. Anders gesagt, dort wo man Segel hinstaut die man nicht vor hatzu nutzen… Egal, der neue Kluiver muss hervor koste was koste.

Nachdem das Vorspiek leer und wieder vollger├Ąumt worden war und der neueKluiver angeschlagen, ging es an den Gro├čsegel. Denn der alte, Lieblingssegel vom Skipper soll jetzt den Neuen weichen, denn dieserkreuzt besser und das Kreuzen steht voraussichtlich an. Also beifrischem Wind und durchaus anwesender Seegang, denn morgen wird esruhiger, und Barfuss ├╝ber das Deck schlittschuhlaufend winchte dieMannschaft das Dinghi hoch, denn unter der kleinen Peter lag die Geheimwaffe des Kapit├Ąns begraben inmitten Benzinkanister, Gasflaschenund die Schuhe eines Crewmitgliedes.

Aber Gro├čsegel auf Deck ist ja nur die Anfang der Geschichte, wie wiralle wissen. Jetzt kommt der Alte vom Mast und der Neue hinauf und dasin k├╝rzester Zeit, denn mit jede Minute ohne Gro├čsegel gehen wertvolleMeter verloren. So bekamen wir vom Skipper als 20 Minuten als Zielgesteckt um diese Aufgabe zu verrichten. And guess what? Wir haben es in19 Minuten geschafft. So haben wir statt 600 Meter (1 Knoten langsamerund dies 20 Minuten lang) nur 570 Meter verloren und ja, wir k├Ąmpfen umjeden Meter, denn THE RACE IS ON!!!

Wir wurden am Ende dieser Glanzleistung mit einem Bier belohnt, aber dadieser sowieso als Bergfestgeschenk auf dem Men├╝ stand sind wir alle derMeinung ein Zweiter steht noch an! Es sei dem Skipper hiermitmitgeteilt.

Die Pause war aber kurz, denn der Besanstagsegel wollte gehiessen werden(als die zwei Starken M├Ąnner (Boris und Sven) etwas zu lange gebrauchthaben diesen dicht zu holen, feuerte Halbblondine sie an: Hey Leute! Dasist das M├Ądelsegel!) und der alte Gro├čsegel hat sich nat├╝rlich nicht vonselbst gefaltet und sich dorthin begeben wo der Neue herkam. Also Dinghinoch mal in die H├Âhe!

Jetzt sind wir aber vorbereitet und die n├Ąchsten sieben Tagen k├Ânnenkommen.

Parallel zu all diesen Aktivit├Ąten, wurde das Bergfest geb├╝hrig unddurchgehend gefeiert. ├ľsi J├╝rgen’s Beitrag hierzu: Wenn das das Bergfestist, dann kommt mal nach ├ľsterreich. Jedenfalls fing es mit vom Skippergekochten Eier am Fr├╝hst├╝ckstisch an. Es war auch zu diesem Zeitpunktdas die Bergspitze erreicht wurde und ein stolzer Aufschrei durch das Schiff erklang. Dann, nachdem wir das Geheimnis des erfolglosen Fischensgeluftet hatten, es bedarf n├Ąmlich einen Haken am Ende der Leine, fingenwir kurz vor dem Mittagstisch eine Dorade. Danach gab es, wie bereitserw├Ąhnt, das NICHT! Bergfest Bier gefolgt von Kaffee und Stollen. Ja, what a kombi… Und gleich geht es an die Lammkeule, obwohl geradewieder zwei Doraden gefangen wurden.

Und last but not least, wie am Ende jeder Nachrichtensendung jetzt die Wettervorhersage: Die Wetterprognose verbessert sich und die Grosskreisstrategie des Skippers scheint sich zu best├Ątigen…

Ein herzlichen Gruss an allen Landgefangenen von Eurem Petercrew.

Ausgeschrieben von Hanneke

7. Seetag – 03.12.2012

Liebe Peter-Freunde!

Kaum waren die Worte Actionheld Boris ist unterfordert getippt, schonkam der waghalsigster (oder war es leichtsinnigster?) Einsatz unseren Heldes zum tragen. Vielleicht bedarf es nun auch eine Unbenennung. Heman- Master of the Universe? Aber wer kennt Heman ├╝berhaupt noch? Batman? Uns fehlt der Joker. James Bond? Nein, nicht James Bond, obwohl Actionheld Boris Tauchermesser neben dem Badeanzug von SuperBackschaffistin Uta am Railing h├Ąngt und wir uns des├Âfteren in ein James Bond Film glauben. Der Held von Die Hard, wie heist er schon wieder? McLane? w├Ąre eine zutreffende Umschreibung. Aber Boris hat Haare. Spidy? Ja, spidy geht schon in die richtige Richtung. Ach was, wir bleiben beiActionheld Boris. Aber vielleicht werden die Erwartungen nun sehr hochgeschraubt.

Jedenfalls segeln wir (├ťberraschung, ├ťberraschung) mit zwischen 25 und 30 Knoten Wind und machen unsere 9 Knoten Geschwindigkeit. Es ist dunkelund b├Âeig. Der Skipper am Ruder. Da bemerkt Herr Skipper das der Starkreiter (ungef├Ąhr das vierte von Unten) des Kluivers in den Steuerbordstag, an der die Genoa hochgefahren ist, sich verhakt hat und somit die beiden Vorstags nicht mehr frei von Einander verlaufen. Was zutun? Kaum ist die Frage gestellt, so springt Actionheld Boris auf undsagt: ich klettere da hoch. Der Skipper schaut nachdenklich. DieM├Âglichkeit des Runterlassen der beiden Vorsegel huscht ├╝ber seinGesicht. Aber kaum ist das Aufkommen dieser Gedanke zu erkennen, schongeht er wieder unter: der daraus resultierende Geschwindigkeitsverlustvon 9 auf 8 Knoten kommt hier an Bord nicht in Frage. Ok, antwortetunser Skipper, aber unter der Bedingung, dass Du zu jeder Zeiteingepickt bist.

Die Halbblondine bittet Bootsman Maurits mit nach vorne zu gehen und dasUnterfangen zu sichern. Sie hat bereits das Klettern von ActionheldBoris in den Vorstags erlebt und m├Âchte nicht wie im B-Movie schreiendunter dem Held stehen und um seine Sicherheit bangen. Erstens, k├Ânntesie den Sicherungsfall beim H├Ąnde ├╝ber den Mund klappen (denn das mussin diesem Film sein) los lassen. Zweitens, fehlt ihr die richtigeGarderobe: Trombosestr├╝mpfe, auch wei├če, wehen nicht im schlagendenWind. Drittens, es gibt leider kein Drittens. Aber es w├Ąre sch├Ângewesen, h├Ątte es ein Drittens gegeben!

Also Actionheld Boris k├Ąmpft sich zum Vorschiff. Bootsman Mauritshinterher. Es weht, es regnet, der Seegang ist gigantisch (naja, diesehatte sich schon etwas beruhigt, aber das w├Ąre weniger Heldenhaft) undwir brettern mit 9 Knoten wie auf Gleisen durch die Nacht. An dieserStelle sollte vielleicht erw├Ąhnt werden das Actionheld BorisGebirgsj├Ąger war… Jedenfalls klettert Actionheld Boris die Vorstagshoch. Der erster Stagreiter l├Ąsst er unter sich. Dann passiert er dieZweite bis er auf den Dritten steht (das sind so zwei bis drei Meter├╝ber den Bug). Kaum oben, da reisst eine Welle das Schiff nachSteuerbord und Actionheld Boris h├Ąngt wie eine Spinne im Netz zwischenden Vorstags. Dann dreht das Schiff zur├╝ck und Actionheld Borisverschwindet zwischen den Vorsegeln. Ist er noch da? Nat├╝rlich, es istActionheld Boris! Dann schwenkt das Schiff wieder zur├╝ck und ActionheldBoris wird wie im Waschtrommel zwischen Kluiver und Genoa sowie back-und steuerbord Vorstag geschleudert. Bootsman Maurits schreit inzwischener soll runter kommen. Aber das kommt nicht in Frage. Der Raging Bullist geweckt und sieht rot. Dann Unterst├╝tzung von den G├Âtter der Meeren:der Stagreiter enthakt sich in einem Windruck. Nun muss es nur nochgeschlossen werden. Actionheld Boris hieft sich mit einem letztenAdrenalinstoss hoch und es macht klick. Daraufhin ein Urschrei wie ausdem Jungel: Ja!!!!!

Der Skipper begr├╝├čt den heil zur├╝ckgekommenen Actionheld trocken: Und?Hast Du Linderung?

Zur├╝ck zum Alltag. Weiterhin kein Fisch. Aber gro├če ├änderung: Der Windhat sich gedreht und wir segeln nun Halbwind. Genoa, Gross und Besan. 8 bis 9 Knoten bleibt der Schnitt. Perfektes Segeln.

Alles ist nass. Kein trockenes Fetzen mehr an Bord. Wer hat gesagt, dasssei die Barfussroute? Ach doch, es ist in der Tat die Barfussroute: wirsind alle Barfuss weil die Suppe in unsere Schuhe nicht mehr zu ertragenist. Und der Dauernasserhintern. Die Folgen fangen an sich bemerkbar zumachen. Bilder von Pampers Windeln erscheinen wie eine Mirage vor uns. Sowie Stapel Penatencremedosen und weiche aber vor allem trockene BabyPopos. Dann kommt eine Welle ├╝ber Deck und w├Ąscht alle Halluzinationen├╝ber Bord und unsere Hintern sind weiterhin nass. Aber da war was:Morgen wird es ruhiger!

Highlight des Tages: Zentralschiff Manfred, Horizont immer fest imBlick, sichtet ein riesen gro├čer Delphin. Nicht ganz. Es schwimmenmehrere (mindestens zwei) Walfische mit uns und lassen sich leider zuselten ├╝ber Wasser blicken. Ihre Schatten unter Wasser sind aber ebensobeeindruckend wie ihre Erscheinungen. Leider weiss niemand was f├╝rWalfische es sind. Wir wissen nur sie sehen wie riesen gro├če Delphineaus. Und das Problem mit Legenden von 15 Meter wird jedem ersichtlich:sie sind schwer zu ├╝bertreffen… Diese Besucher waren sicherlich um die7 Meter und diesmal best├Ątigt auch Halbblondine die L├Ąnge.

Euch Allen ein wundersch├Ânen Abend. Wenn es so weiter l├Ąuft haben wirmorgen Bergfest und freuen uns schon sehr. Das N├Ąchste ist dannSonnenunterg├Ąnge in St Lucia!!!

Ganz liebe Gr├╝├če,

euer Peter-CrewDramatisiert, fiktionalisiert und ├╝bertrieben von Hanneke

6. Seetag – 02.12.2012

Peter von Seesterm├╝he – 02.12.12
02 December 2012

Liebe Peter-Freunde, wir hoffen sehr die Feierlichkeiten an Land ├╝bertreffen bzw. haben alle Erwartungen ├╝bertroffen! Einen sch├Ânen 1. Advent an Euch! Diese wurdean Bord mit der Er├Âffnung des 2. T├╝rchen gefeiert (Bordsanit├Ąter Heinerund Super Backschaffistin Uta freuen sich weiterhin sehr) sowie mit das Essen von Super Backschaffistin Utas Fruchtebrot.

Es geht super flot voran. Die Segelman├Âver von gestern Nacht: Ein 2.Reff rein legen, aber erst nachdem Bootsman Maurits drei Stunden langden Teufel ein Ohr abgesegelt hat. Er hat auch das Wachrekord gesetzt:30 Seemeilen in drei Stunden. Aber stimmt diese Rechnung wirklich? Esgibt Munkeleien!

Wir haben vorhin die 1000ender Meilenmarke gesegelt! Und das in etwasmehr als 5 Tage! Der Wind ist wie gehabt und wir kriegen Alle regelm├Ą├čigDuschen ab ├╝ber die wir uns mal mehr mal weniger freuen. Ein trockenesDeck gab es bisher nur teilweise und nur stundenweise.

Der nasse Hinternist Dauerzustand und wird gar nicht mehr bemerkt. Aber wie wir jeden Tagh├Âren: morgen wird es ruhiger! Heimlich hoffen wir dies noch vieleweitere Tage zu h├Âren. Es kommt aber wohl eine Flaute auf uns zu, dernicht zu umsegeln ist.

Die D├╝nung ist riesig und ein prachtvoller Anblick. Langsam wird unsbewusst, dass wir inmitten der Atlantik segeln mit zwischen 5000 und 7000 Metern dunklen Atlantikwassers unter uns. Und obwohl wir uns schonf├╝nf Tage auf See befinden, ist es also wir die See jetzt erst wirklichsehen.

Mit dem Fischen happert es noch etwas… Besser gesagt, da geht garn├Âchts. Noch nicht mal ein Fehlalarm heute. Vielleicht segeln wir ja zuschnell? Ein toter Fliegenderfisch (er ist in der Nacht aufs Deckaufgeschlagen und verendet) wird demn├Ąchst als K├Âder eingesetzt,vielleicht fangen wir dann was. Aber bitte nicht Flipper!

Das Tierenreich von heute waren die erste fliegende Fische und einschwarzes M├Âwenartiger Vogel. War es vielleicht eine M├Âwe? Jedenfallswird dieser Besuch nicht f├╝r ein Birds-remake reichen (auch nicht mitden fliegenden Fischen als Statisten) aber wir bewundern dieseMeeres├╝berflieger immer wieder aufs Neue. Ein anderer Vogel den wir baldhoffen zu erblicken: der Albatros.

Es gibt an Bord ein Wach- und Backschaftssystem welches vom Skipper alsgenial empfunden wird. drei Wachen a drei Personen a drei Stunden. DieBackschaften sind aber nicht mehr an die Wachen festgemacht. DieBackschaft geht jetzt zwei Tage und besteht nur aus zwei Personen ausunterschiedliche Wachen.`So gibt es kein drittes Rad am Wagen… (Sagtman das im Deutschen auch so?) Die Backschaftszusammensetzung ist aberversetzt so das man immer sein ersten Tag mit jemand dessen zweiten Tages ist zusammen macht und dein zweiter Tag ist dann jemand Anders ersterTag. So ist immer bekannt welche Resten vom Vortag ├╝brig sind und kannder Neuling in die Feinheiten des Backschaftentums eingewiesen werden.

Die gro├če neue Entwicklung zum Schluss: die Crew wird musikalisch und eswird ein Shanty f├╝r unseren Ankunft vorbereitet. So sa├čen BootsmanMaurits, Brandenburgerb├Ąr Sven, Bordsanit├Ąter Heiner, SuperBackschaffistin Uta und Halbblondine heute zusammen im Cockpit und habenlauthalsig gesungen. Naja, Maurits und Heiner zumindest und die Anderenhaben vor Erst nur mitgebrummt. Aber f├╝r nicht singer wie Halbblondineein ganz gro├čer erster Schritt!

Ansonsten alle Gl├╝cklich: Der Skipper bleibt ├╝ber die Positionslistenerfreut, Bootsman Maurits stimmt seine Gitarre mit vom Ruder verstarrtenFinger ein, Aktionheld Boris ist unterfordert und daher sind keine Heldentaten zu berichten, Super Backschaffistin Uta m├Âchte dielegend├Ąren Steaks von Christoph umworben wissen (diese haben wir soebenverschlungen), Bordsanit├Ąr Heiner singt Oper, Haribo Micha hat heuteunterdeckse Arbeiten verrichtet (kein kleiner Tat), ├ľsi J├╝rgen hofft auftrockene Schuhe, Zentralschiff Manfred hat den Horizont fest im Blick,Brandenburgerb├Ąr (baldwerdender Seeb├Ąr) Sven zappelt vor Freudenna und Halbblondine fehlt der Mittagsschlaf.

Euch Allen ein sch├Âner Abend, bei uns pfeiffen weiterhin die 30 Knoten:einfach fantastisches Segelwetter seit f├╝nf Tagen ununterbrochen!

Berichtet von Hanneke