9. Seetag – 05.12.2012

Peter von Seestermühe – 05.12.12

Liebe Peter-Freunde!

Nur ein kurzer Nachricht heute, denn

1/ Die Schreiberin hat Backschaft und ist seit heut morgen in der Küche
eingeschlossen
2/ Wir fahren gerade durch ein heftiges Gewitter

Ansonsten bleibt es wie gehabt:
1/ Morgen wird es ruhiger
2/ THE RACE IS ON!
3/ Es ist nass
4/ Kein Fisch gefangen
5/ Der Alte im Regattafieber

Ein schönen Abend Euch allen, wir putzen fleissig unsere Schuhe in der
Hoffnung, dass der Nikolaus uns besuchen kommt.

Euer Peter-Crew
Kuzrznachricht verfasst von Hanneke

8. Seetag – 04.12.2012

Peter von Seestermühe – PvS 04.12.12

Liebe Peterfans,

The race is on! Und damit es auch gehört wird, hier nochmal: THE RACE ISON!!! Wir haben 1350 Seemeilen, also die Hälfte der Strecke, in 6 Tage, 23 Stunden und 37 Minuten geschafft. Anders gesagt: unter einer Woche!ARC Peter Rekord. Zumindest was die erste Halbzeit betrifft. Undseitdem? Der Alte dreht durch! Die feinsten Segel, die normalerweise der Nord Atlantik, der Biskaya und Regatten vorbehalten sind, mussten heute, zack, zack, zack, aus den tiefsten Stauraumen hervor. Und sie lagennatürlich nicht oben, für jederman leicht zugänglich. Das Vorpiek musstebis auf die Bugspitze leer geräumt werden: Spinaker raus, an den Weihnachtsbaum vorbei, hinter den Flossen und Taucherbrillen der Familievon Reibnitz rein in das tiefste innerste des Vorpieks, dort wo Meerjungfrauen sich sicherlich ausruhen wenn sie den Bug eines Schiffeszieren. Anders gesagt, dort wo man Segel hinstaut die man nicht vor hatzu nutzen… Egal, der neue Kluiver muss hervor koste was koste.

Nachdem das Vorspiek leer und wieder vollgeräumt worden war und der neueKluiver angeschlagen, ging es an den Großsegel. Denn der alte, Lieblingssegel vom Skipper soll jetzt den Neuen weichen, denn dieserkreuzt besser und das Kreuzen steht voraussichtlich an. Also beifrischem Wind und durchaus anwesender Seegang, denn morgen wird esruhiger, und Barfuss über das Deck schlittschuhlaufend winchte dieMannschaft das Dinghi hoch, denn unter der kleinen Peter lag die Geheimwaffe des Kapitäns begraben inmitten Benzinkanister, Gasflaschenund die Schuhe eines Crewmitgliedes.

Aber Großsegel auf Deck ist ja nur die Anfang der Geschichte, wie wiralle wissen. Jetzt kommt der Alte vom Mast und der Neue hinauf und dasin kürzester Zeit, denn mit jede Minute ohne Großsegel gehen wertvolleMeter verloren. So bekamen wir vom Skipper als 20 Minuten als Zielgesteckt um diese Aufgabe zu verrichten. And guess what? Wir haben es in19 Minuten geschafft. So haben wir statt 600 Meter (1 Knoten langsamerund dies 20 Minuten lang) nur 570 Meter verloren und ja, wir kämpfen umjeden Meter, denn THE RACE IS ON!!!

Wir wurden am Ende dieser Glanzleistung mit einem Bier belohnt, aber dadieser sowieso als Bergfestgeschenk auf dem Menü stand sind wir alle derMeinung ein Zweiter steht noch an! Es sei dem Skipper hiermitmitgeteilt.

Die Pause war aber kurz, denn der Besanstagsegel wollte gehiessen werden(als die zwei Starken Männer (Boris und Sven) etwas zu lange gebrauchthaben diesen dicht zu holen, feuerte Halbblondine sie an: Hey Leute! Dasist das Mädelsegel!) und der alte Großsegel hat sich natürlich nicht vonselbst gefaltet und sich dorthin begeben wo der Neue herkam. Also Dinghinoch mal in die Höhe!

Jetzt sind wir aber vorbereitet und die nächsten sieben Tagen könnenkommen.

Parallel zu all diesen Aktivitäten, wurde das Bergfest gebührig unddurchgehend gefeiert. Ösi Jürgen’s Beitrag hierzu: Wenn das das Bergfestist, dann kommt mal nach Österreich. Jedenfalls fing es mit vom Skippergekochten Eier am Frühstückstisch an. Es war auch zu diesem Zeitpunktdas die Bergspitze erreicht wurde und ein stolzer Aufschrei durch das Schiff erklang. Dann, nachdem wir das Geheimnis des erfolglosen Fischensgeluftet hatten, es bedarf nämlich einen Haken am Ende der Leine, fingenwir kurz vor dem Mittagstisch eine Dorade. Danach gab es, wie bereitserwähnt, das NICHT! Bergfest Bier gefolgt von Kaffee und Stollen. Ja, what a kombi… Und gleich geht es an die Lammkeule, obwohl geradewieder zwei Doraden gefangen wurden.

Und last but not least, wie am Ende jeder Nachrichtensendung jetzt die Wettervorhersage: Die Wetterprognose verbessert sich und die Grosskreisstrategie des Skippers scheint sich zu bestätigen…

Ein herzlichen Gruss an allen Landgefangenen von Eurem Petercrew.

Ausgeschrieben von Hanneke

7. Seetag – 03.12.2012

Liebe Peter-Freunde!

Kaum waren die Worte Actionheld Boris ist unterfordert getippt, schonkam der waghalsigster (oder war es leichtsinnigster?) Einsatz unseren Heldes zum tragen. Vielleicht bedarf es nun auch eine Unbenennung. Heman- Master of the Universe? Aber wer kennt Heman überhaupt noch? Batman? Uns fehlt der Joker. James Bond? Nein, nicht James Bond, obwohl Actionheld Boris Tauchermesser neben dem Badeanzug von SuperBackschaffistin Uta am Railing hängt und wir uns desöfteren in ein James Bond Film glauben. Der Held von Die Hard, wie heist er schon wieder? McLane? wäre eine zutreffende Umschreibung. Aber Boris hat Haare. Spidy? Ja, spidy geht schon in die richtige Richtung. Ach was, wir bleiben beiActionheld Boris. Aber vielleicht werden die Erwartungen nun sehr hochgeschraubt.

Jedenfalls segeln wir (Überraschung, Überraschung) mit zwischen 25 und 30 Knoten Wind und machen unsere 9 Knoten Geschwindigkeit. Es ist dunkelund böeig. Der Skipper am Ruder. Da bemerkt Herr Skipper das der Starkreiter (ungefähr das vierte von Unten) des Kluivers in den Steuerbordstag, an der die Genoa hochgefahren ist, sich verhakt hat und somit die beiden Vorstags nicht mehr frei von Einander verlaufen. Was zutun? Kaum ist die Frage gestellt, so springt Actionheld Boris auf undsagt: ich klettere da hoch. Der Skipper schaut nachdenklich. DieMöglichkeit des Runterlassen der beiden Vorsegel huscht über seinGesicht. Aber kaum ist das Aufkommen dieser Gedanke zu erkennen, schongeht er wieder unter: der daraus resultierende Geschwindigkeitsverlustvon 9 auf 8 Knoten kommt hier an Bord nicht in Frage. Ok, antwortetunser Skipper, aber unter der Bedingung, dass Du zu jeder Zeiteingepickt bist.

Die Halbblondine bittet Bootsman Maurits mit nach vorne zu gehen und dasUnterfangen zu sichern. Sie hat bereits das Klettern von ActionheldBoris in den Vorstags erlebt und möchte nicht wie im B-Movie schreiendunter dem Held stehen und um seine Sicherheit bangen. Erstens, könntesie den Sicherungsfall beim Hände über den Mund klappen (denn das mussin diesem Film sein) los lassen. Zweitens, fehlt ihr die richtigeGarderobe: Trombosestrümpfe, auch weiße, wehen nicht im schlagendenWind. Drittens, es gibt leider kein Drittens. Aber es wäre schöngewesen, hätte es ein Drittens gegeben!

Also Actionheld Boris kämpft sich zum Vorschiff. Bootsman Mauritshinterher. Es weht, es regnet, der Seegang ist gigantisch (naja, diesehatte sich schon etwas beruhigt, aber das wäre weniger Heldenhaft) undwir brettern mit 9 Knoten wie auf Gleisen durch die Nacht. An dieserStelle sollte vielleicht erwähnt werden das Actionheld BorisGebirgsjäger war… Jedenfalls klettert Actionheld Boris die Vorstagshoch. Der erster Stagreiter lässt er unter sich. Dann passiert er dieZweite bis er auf den Dritten steht (das sind so zwei bis drei Meterüber den Bug). Kaum oben, da reisst eine Welle das Schiff nachSteuerbord und Actionheld Boris hängt wie eine Spinne im Netz zwischenden Vorstags. Dann dreht das Schiff zurück und Actionheld Borisverschwindet zwischen den Vorsegeln. Ist er noch da? Natürlich, es istActionheld Boris! Dann schwenkt das Schiff wieder zurück und ActionheldBoris wird wie im Waschtrommel zwischen Kluiver und Genoa sowie back-und steuerbord Vorstag geschleudert. Bootsman Maurits schreit inzwischener soll runter kommen. Aber das kommt nicht in Frage. Der Raging Bullist geweckt und sieht rot. Dann Unterstützung von den Götter der Meeren:der Stagreiter enthakt sich in einem Windruck. Nun muss es nur nochgeschlossen werden. Actionheld Boris hieft sich mit einem letztenAdrenalinstoss hoch und es macht klick. Daraufhin ein Urschrei wie ausdem Jungel: Ja!!!!!

Der Skipper begrüßt den heil zurückgekommenen Actionheld trocken: Und?Hast Du Linderung?

Zurück zum Alltag. Weiterhin kein Fisch. Aber große Änderung: Der Windhat sich gedreht und wir segeln nun Halbwind. Genoa, Gross und Besan. 8 bis 9 Knoten bleibt der Schnitt. Perfektes Segeln.

Alles ist nass. Kein trockenes Fetzen mehr an Bord. Wer hat gesagt, dasssei die Barfussroute? Ach doch, es ist in der Tat die Barfussroute: wirsind alle Barfuss weil die Suppe in unsere Schuhe nicht mehr zu ertragenist. Und der Dauernasserhintern. Die Folgen fangen an sich bemerkbar zumachen. Bilder von Pampers Windeln erscheinen wie eine Mirage vor uns. Sowie Stapel Penatencremedosen und weiche aber vor allem trockene BabyPopos. Dann kommt eine Welle über Deck und wäscht alle Halluzinationenüber Bord und unsere Hintern sind weiterhin nass. Aber da war was:Morgen wird es ruhiger!

Highlight des Tages: Zentralschiff Manfred, Horizont immer fest imBlick, sichtet ein riesen großer Delphin. Nicht ganz. Es schwimmenmehrere (mindestens zwei) Walfische mit uns und lassen sich leider zuselten über Wasser blicken. Ihre Schatten unter Wasser sind aber ebensobeeindruckend wie ihre Erscheinungen. Leider weiss niemand was fürWalfische es sind. Wir wissen nur sie sehen wie riesen große Delphineaus. Und das Problem mit Legenden von 15 Meter wird jedem ersichtlich:sie sind schwer zu übertreffen… Diese Besucher waren sicherlich um die7 Meter und diesmal bestätigt auch Halbblondine die Länge.

Euch Allen ein wunderschönen Abend. Wenn es so weiter läuft haben wirmorgen Bergfest und freuen uns schon sehr. Das Nächste ist dannSonnenuntergänge in St Lucia!!!

Ganz liebe Grüße,

euer Peter-CrewDramatisiert, fiktionalisiert und übertrieben von Hanneke

6. Seetag – 02.12.2012

Peter von Seestermühe – 02.12.12
02 December 2012

Liebe Peter-Freunde, wir hoffen sehr die Feierlichkeiten an Land übertreffen bzw. haben alle Erwartungen übertroffen! Einen schönen 1. Advent an Euch! Diese wurdean Bord mit der Eröffnung des 2. Türchen gefeiert (Bordsanitäter Heinerund Super Backschaffistin Uta freuen sich weiterhin sehr) sowie mit das Essen von Super Backschaffistin Utas Fruchtebrot.

Es geht super flot voran. Die Segelmanöver von gestern Nacht: Ein 2.Reff rein legen, aber erst nachdem Bootsman Maurits drei Stunden langden Teufel ein Ohr abgesegelt hat. Er hat auch das Wachrekord gesetzt:30 Seemeilen in drei Stunden. Aber stimmt diese Rechnung wirklich? Esgibt Munkeleien!

Wir haben vorhin die 1000ender Meilenmarke gesegelt! Und das in etwasmehr als 5 Tage! Der Wind ist wie gehabt und wir kriegen Alle regelmäßigDuschen ab über die wir uns mal mehr mal weniger freuen. Ein trockenesDeck gab es bisher nur teilweise und nur stundenweise.

Der nasse Hinternist Dauerzustand und wird gar nicht mehr bemerkt. Aber wie wir jeden Taghören: morgen wird es ruhiger! Heimlich hoffen wir dies noch vieleweitere Tage zu hören. Es kommt aber wohl eine Flaute auf uns zu, dernicht zu umsegeln ist.

Die Dünung ist riesig und ein prachtvoller Anblick. Langsam wird unsbewusst, dass wir inmitten der Atlantik segeln mit zwischen 5000 und 7000 Metern dunklen Atlantikwassers unter uns. Und obwohl wir uns schonfünf Tage auf See befinden, ist es also wir die See jetzt erst wirklichsehen.

Mit dem Fischen happert es noch etwas… Besser gesagt, da geht garnöchts. Noch nicht mal ein Fehlalarm heute. Vielleicht segeln wir ja zuschnell? Ein toter Fliegenderfisch (er ist in der Nacht aufs Deckaufgeschlagen und verendet) wird demnächst als Köder eingesetzt,vielleicht fangen wir dann was. Aber bitte nicht Flipper!

Das Tierenreich von heute waren die erste fliegende Fische und einschwarzes Möwenartiger Vogel. War es vielleicht eine Möwe? Jedenfallswird dieser Besuch nicht für ein Birds-remake reichen (auch nicht mitden fliegenden Fischen als Statisten) aber wir bewundern dieseMeeresüberflieger immer wieder aufs Neue. Ein anderer Vogel den wir baldhoffen zu erblicken: der Albatros.

Es gibt an Bord ein Wach- und Backschaftssystem welches vom Skipper alsgenial empfunden wird. drei Wachen a drei Personen a drei Stunden. DieBackschaften sind aber nicht mehr an die Wachen festgemacht. DieBackschaft geht jetzt zwei Tage und besteht nur aus zwei Personen ausunterschiedliche Wachen.`So gibt es kein drittes Rad am Wagen… (Sagtman das im Deutschen auch so?) Die Backschaftszusammensetzung ist aberversetzt so das man immer sein ersten Tag mit jemand dessen zweiten Tages ist zusammen macht und dein zweiter Tag ist dann jemand Anders ersterTag. So ist immer bekannt welche Resten vom Vortag übrig sind und kannder Neuling in die Feinheiten des Backschaftentums eingewiesen werden.

Die große neue Entwicklung zum Schluss: die Crew wird musikalisch und eswird ein Shanty für unseren Ankunft vorbereitet. So saßen BootsmanMaurits, Brandenburgerbär Sven, Bordsanitäter Heiner, SuperBackschaffistin Uta und Halbblondine heute zusammen im Cockpit und habenlauthalsig gesungen. Naja, Maurits und Heiner zumindest und die Anderenhaben vor Erst nur mitgebrummt. Aber für nicht singer wie Halbblondineein ganz großer erster Schritt!

Ansonsten alle Glücklich: Der Skipper bleibt über die Positionslistenerfreut, Bootsman Maurits stimmt seine Gitarre mit vom Ruder verstarrtenFinger ein, Aktionheld Boris ist unterfordert und daher sind keine Heldentaten zu berichten, Super Backschaffistin Uta möchte dielegendären Steaks von Christoph umworben wissen (diese haben wir soebenverschlungen), Bordsanitär Heiner singt Oper, Haribo Micha hat heuteunterdeckse Arbeiten verrichtet (kein kleiner Tat), Ösi Jürgen hofft auftrockene Schuhe, Zentralschiff Manfred hat den Horizont fest im Blick,Brandenburgerbär (baldwerdender Seebär) Sven zappelt vor Freudenna und Halbblondine fehlt der Mittagsschlaf.

Euch Allen ein schöner Abend, bei uns pfeiffen weiterhin die 30 Knoten:einfach fantastisches Segelwetter seit fünf Tagen ununterbrochen!

Berichtet von Hanneke

5. Seetag – 01.12.2012

Peter von Seestermühe – PVS 01.12.12
01 December 2012

Liebe Peterfans, und insbesondere heute, lieber Ben!Ben mein Schatz, herzlichen Glückwunsch von Deinem Papa zum Geburtstag!Ich drücke Dich! @Bine Baby: Bitte ruf Ben heute an und sag ihm dass er den Blog lesen soll und erklär ihm wie. Dicker Kuss an Dich und Tommy!

Also die größte Neuigkeit seit dem Letzen einloggen und bis auf Bens 11. Geburtstag am heutigenTag: der Wind ist östlicher geworden und die Dünung kommt jetzt auch aus Osten. Und wir sindgestern Nacht eine Halse gefahren. FISCHALARM!!!! Schade. Fehlalarm. Der Zweite heute.Fahren weiterhin mit Klüver, Genoa und gereftem Gross. Wind ist weiterhin pfiffig, böeig undvorantreibend. Wir fahren weiterhin im Durchschnitt 8 Knoten.

Die Fahrt ist weiterhin nass, aber eswird wärmer. So warm das die Halbblondine sich ohne Trombosestrümpfe unter ihren Shorts an Decktraut, zur großen Erleichterung der männlichen Crew: “schließlich laufen wir auch nicht mitUnterhose auf dem Kopf rum!” Hallo? Wir sind hier auf ein Segelschiff und nicht beim Captainsdinnerauf ein Kreuzfahrtschiff. Obwohl zu unserem Skippersdinner wollen auch wohl einige im Schlippserscheinen und die Halbblondine soll ihr kleines Schwarzes auspacken. Unser Kapitänsdinner ist amkommenden Dienstag oder Mittwoch geplant. (Wie schon erwähnt das Essen und was es als Nächstes,Übernächstes und Überübernächstes gibt, ist an Bord zum Hauptthema geworden).

Bis übermorgen bleibtder Wind gleich pfeiffend und wird dann ruhiger. In vier bis fünf Tagen droht eine Flaute welcheswir bereits vorausblickend versuchen zu umfahren.Sonst große Freude über die heute eingetroffenen Positionslisten und die daraus hervorgehende gutePositionierung des Peters.

Die Hochrechnung für unsere Ankunft in St Lucia ist derzeit laut Skipperder 12.12. Aber im Supermarkt wird erst an der Kasse abgerechnet… Wir sind natürlich jetzt erstrecht motiviert noch mehr zu geben und alles aus dem Peter zu kitseln. So motiviert, dass wir unsschon vor der Ziellinie glauben und bereits Pläne für nach der Ankunft (gefühlt morgen…) schmieden.

Das könnte noch ein bitteres Erwachen werden! Keine Delphin- und keine Walfischbesuche mehr. Wir staunen aber über die Vögel so weit von Land diewir immer wieder sichten. Die Sonnenaufgänge und -untergänge haben bisher leider auch noch nichtbeeindruckend, but we always have St Lucia to look forward to. Der Mond scheint noch so hell, dassder erste Sternenhimmel erst gestern Nacht ersichtlich wurde und das nur bis Mondaufgang.Bisher wurde vorwiegend vom Skipper, Bootsman Maurits, Actionheld Boris, Halbblondine und Brandenburgerbär (bald werdender Seebär) Sven berichtet. Es gibt aber natürlich weitereCrewmitglieder. So haben wir Zentralschiff Manfred, der noch sehr hofft das es ein Zentralschiffgibt welche die ARC und unsere Überquerung begleitet und wie wir wissen; die Hoffnung stirbtzuletzt. Desweiteren haben wir Bordsanitäter Heiner (ggf. schon im ersten Blog erwähnt) und seine Frau Super Backschaffistin Uta. Das Ehepaar hat heute den ersten Adventskalendertürchen geöffnetund freut sich sehr!

Wir alle freuen uns schon sehr auf den 1. Adventskaffee denn dann gibt es denFrüchtekuchen von Super Backschaffistin Uta. Dann haben wir Haribo Michael und Aussi nein Ösi (wasist die Abkürzung von einem Österreicher?) Jürgen. Alle sind guter Dinge und wir grüßen alle liebund verabschieden uns in den Abend. Euer Petercrew.

Zusammengefasst von Hanneke unter Anleitung von Boris

4. Seetag – 30.11.2012

Peter von Seestermühe – PVS 30.11.12
30 November 2012

Liebe Peterfans,

Wir hoffen es geht Euch blendend auf dem festen Land! Wir machen
weiterhin gute Fahrt und haben nun 600 Meilen in etwas über drei Tage
hinter uns. Derzeit sind es noch 2100 vor uns. Wir segeln seid dem
letzten Eintrag mit böeigem nordöstlicher Wind und dieser schwankt, je
nach Regenwolke welches über uns rauscht, zwischen 20 und 35 Knoten.

Kleine Unterbrechung: Der Schekel am Steuerbordfall ist während dem
Schreiben des ersten Absatzes gebrochen und die Genoa kam der Wache
entgegen gerauscht. Großes Glück dass die Genoa das Wasser nicht berührt
hat und sich wie ein Mundharmonica auf die Schot zusammengefaltet hat
und so ohne Schaden wieder an Bord geholt werden konnte. Innerhalb von
fünf Minuten ist die Genoa jedoch, unter Einsatz eines der zahlreichen
Fällen an Bord und mit Hilfe der immer besser werdende Einspiel des
Crews, wieder oben und wir mussten kaum an Geschwindigkeit einbußen.
What can I say? Places to go, people to see.

Also weiter geht es nach der kleinen Unterbrechung: Der Seegang ist auch
beeindruckend und die Wellenkronen brechen um uns herum.

Das Kochen von Kaffee sowie das Kochen überhaupt fordert derzeit die
meisten Opfer, Finger werden verbrannt und die Körper der Backschaft
werden von verschiedenen Küchenutensilien und -möbel auf Festigkeit und
Widerstand überprüft. Dennoch bleibt das Essen hervorragend und tritt
schon klar und eindeutig das Phänomeen auf das wir mit immer mehr
Leidenschaft über die nächsten Mahlzeiten philosophieren. Sogar die
nicht kochende Halbblondine hat ihr Menü bekannt gegeben: Pasta mit
Pesto! Ein Peter-Klassiker. (Denn irgendwann können die Backschaften
sich nicht mehr übertreffen und muss die Uhr wieder auf Null, so, der
Skipper. Die Halbblondine hat sich selbstopfernd und ohne voher
davon zu wissen für diese Tat bereit erklärt. Ganz ohne Eigeninteresse
natürlich!) (Von Uhren gesprochen, wir haben die Uhren heute eine
Stunde zurückgestellt und deshalb ist der Postkaffee blog später
online.)

Dorade gibt es heute Abend wieder und da der Huhn auch noch auf den Kopf
geschlagen werden muss, ist das Fischen leider bis auf weiteres
eingestellt. Dann werden wir aber loslegen und versuchen Rekorde zu
brechen. Traurig war aber zu erfahren das Dorade in Paare schwimmt und
wir bzw. eine von uns hofft sehr gestern das Paar erwischt zu haben.
(Oder stimmt der Ausdruck “kalter Fisch” und bedarf es keine Sorge um
die Gefühle der Fische?)

Gestern Abend gab es dann bei Dämmerung an Steuerbordseite ein
Wasserpustgeräusch. Das Wasser wurde abgesucht, aber leider nichts was
Ausschluss über das Geräusch geben konnte. Kurz darauf wieder, ein
Wasserpustgeräusch gefolgt von einem riesigen Walfisch welches drei
Meter hinter dem Heck hoch kam und sich dabei auf den Rücken drehte. Die
Legende an Bord geht der Walfisch war 15 Meter lang, die Halbblondine
schätzt dessen Länge jedoch wesentlich kleiner ein. Aber lassen wir
Legenden leben. Dann wieder toten Stille (Na ja, bis auf alle Geräusche
des Peters, des Windes und der aufschreiende Backschaft).

Heute morgen dann von Steuerbordachtern aufkommend und von der
aufgehenden Sonne beleuchtet: Die Seacloud. Kurz darauf halste der
Viermaster und lief dann während des Tages parallel mit uns. Ein
wunderbarer Anblick für alle die es sehen konnten!

Actionheld Boris kam heute auch zum Einsatz! Zwar ohne Tauchermesser
zwischen den Zähnen aber dafür nur von einem Fall und der Halbblondine
gesichert über den schönen neuen Großbaum bis zur zweiten Reffleine
kletternd. Dieser war zu stram und wollte nicht los kommen und so
erklärte der Actionheld sich bereit weit über die Bordwand heraus über
die Atlantik schwebend diese los zu ziehen. (Eigentlich ganz gut, dass
er das Tauchermesser nicht mit hatte sonst wäre er vielleicht, von der
heldenhaftigkeit seiner Taten mitgenommen, auf die Idee gekommen diese
durch zu schneiden statt los zu ziehen). Die Reffleine ist gerettet und
wir erwarten den nächsten Einsatz unseren Bootseigenen Actionheldes mit
Ungeduld. (Von neben dem Schiff schimmend war schon die Rede. Die
Berater der Aktion konnten sich jedoch nicht über die Wahrscheinlichkeit
eines Haiangriffes einigen und daher wurde dieser Plan bis auf weiteres
eingestellt.)

Und last but not least, wer sucht der findet: Unser Brandenburgerbär
(bald zum Seebär aufsteigenden) Sven und Halbblondine haben die Ende des
Regenbogens gefunden! Für die die es unbedingt wissen wollen: Es ist der
Peter von Seestermühe. (Nein wirklich, es fing heute morgen am Bug des
Peters ein Regenbogen an und dieser ging Rund um (wie das Regenbögen so
eigen ist) und endete Steuerbord querab zwei Meter von Steuerbord. Wenn
das nicht das Ende des Regenbogens ist, was dann?)

Also ein freundigen Gruß an Euch allen vom gesamten Peter-Crew.
Berichterstattung von Hanneke